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Gebührenfreie Bildung für Alle!
Die Einführung von Studiengebühren läuft in vielen Bundesländern
auf Hochtouren. In Hamburg soll am 28. Juni in zweiter Lesung ein
entsprechendes Gesetz von der Bürgerschaft beschlossen werden, in
anderen Bundesländern gibt es bereits Gebührengesetze und in Hessen
seit Mai einen Gesetzentwurf.
Immer mehr Studierende sind nicht länger bereit, die
Gebührenpläne einfach durchkommen zu lassen. Wo auch immer die
GebührenbefürworterInnen zuschlagen - überall stoßen sie auf
Widerstand. In den letzten zwei Jahren ist bundesweit eine Bewegung
entstanden, die lautstark fordert: Gebührenfreie Bildung für Alle!
Nach dem erfolgreichen Kampf unserer französischen
KommilitonInnen gegen das CPE* kam es in den letzten Wochen zu einer
neuen Welle von Studierendenprotesten: In Hessen gingen tausende
Studierende auf die Straße und blockierten Autobahnen und Bahnhöfe, in
Nordrhein-Westfalen sprengten Studierende Hochschulsenatssitzungen, in
denen die Gebührensatzungen beschlossen werden sollten, in Hamburg
wurde erneut das Hauptgebäude der Universität besetzt und der
Hauptbahnhof blockiert.
Es geht um mehr als 500 Euro!
Nicht nur sind allgemeine Studiengebühren in aller Regel
zusätzlich zu den bereits jetzt zu zahlenden Semesterbeiträgen bzw.
„Verwaltungs“-Gebühren. Das Hessische Gebührenmodell zeigt bereits an,
wohin die Reise auch anderswo gehen soll: Dort sollen
Master-Studierende und AusländerInnen ganze 1500 Euro zahlen.
Wir lehnen Studiengebühren in jeder Form ab, weil sie die
soziale Ausgrenzung im Bildungssystem massiv verschärfen. Wer keine
reichen Eltern hat, wird nach dem Studium auf einem riesigen
Schuldenberg sitzen. Und die Zeiten sind längst vorbei, in denen ein
Studienabschluss Garant für einen „guten“ Job war. Längst dominieren in
vielen Tätigkeitsfeldern von AkademikerInnen prekäre (schlechtbezahlte,
ungesicherte) Arbeitsverhältnisse.
Unser Kampf für ein gebührenfreies Studium richtet sich deshalb
auch gegen andere Angriffe auf unsere Lebensbedingungen.
Studiengebühren, Hartz 4, Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerung
sind nur verschiedene Elemente einer Politik, die für immer mehr
Menschen Verarmung bedeutet, und in der eine immer kleinere Minderheit
am Wohlstand teilhaben kann.
Studiengebühren sind neben den neuen BA/MA-Studiengängen und
der Umstrukturierung der Verwaltungen (und der damit verbundenen
Entdemokratisierung) ein zentraler Eckpunkt bei der marktorientierten
Umstrukturierung der Hochschulen. Wir sollen schnell studieren, nur
noch das lernen, was von der Wirtschaft gebraucht wird, und die Kosten
dafür auch noch selber tragen.
Diese Abwälzung der Kosten auf die einzelnen gibt es nicht nur
an den Hochschulen: Ob Büchergeld oder Kitagebühren- überall werden wir
zunehmend zu Kasse gebeten. Wir fordern: Eine solide Finanzierung des
Bildungssystems! Geld ist genug da. Statt Steuervergünstigungen für
Reiche Umverteilung der gesellschaftlichen Reichtümer von oben nach
unten!
If the Kids are united they will never be divided!
Eine breite Mehrheit der Studierenden lehnt Gebühren in jeder
Form ab. Allerdings sind die Vorstellungen darüber, wieviel wir
erreichen können und mit welchen Mitteln genauso unterschiedlich, wie
die Gründe warum wir Gebühren ablehnen. Aber wir lassen uns nicht
gegeneinander ausspielen! Unsere Proteste können nur erfolgreich sein,
wenn sie vielfältig sind. Ob Bahnhofsblockade oder Straßentheater -
entscheidend ist, dass wir uns wehren!
Am 28. Juni finden in Hamburg und Wiesbaden überregionale
Demonstrationen gegen Gebühren statt. Lasst uns unseren Widerstand
ausweiten und zeigen, dass wir mehr sind als nur Humankapital.
Studiengebühren stoppen – Gemeinsam gegen Bildungs- und Sozialabbau!
*Gesetz zur Abschaffung des Kündigungsschutzes bei Menschen unter 26 Jahren
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