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Doch noch Eliten? Drucken E-Mail
Geschrieben von Johannes   
Freitag, 10 Juni 2005
Es scheint so, als würde das Elitenförderungsprogramm der Bundesregierung doch noch starten können. Nachdem die Verhandlungen schon fast gescheitert waren, wurde jetzt eine Einigung erzielt, der am 23.6. nur noch die Ministerpräsidenten der Bundesländer zustimmen müssten. Es geht dabei um insgesamt 1,9 Milliarden Euro für die Hochschulen.

Mehr Geld für die Hochschulen klingt ja erstmal gut, doch das Geld wird nur wenigen zu gute kommen, da ausschließlich "Eliten" gefördert werden sollen. Es werden also Studiengänge und Institute gefördert, die sowieso schon einen guten Ruf und viele Mittel haben.
Das Projekt "Elitehochschulen" zielt darauf ab, national und international angesehene Hochschulen, sogenannte "Leuchttürme" zu schaffen. Die Gleichwertigkeit der Ausbildung an allen Hochschulen wird hier bewusst durch eine Klassenstruktur im Bildungswesen ersetzt. Falls Studiengebühren eingeführt werden, ist zu erwarten, das die auserkorenen Eliteunis mehr Gebühren nehmen als die nicht extra geförderten Hochschulen. Es werden nur finanziell Priveligierte zu Abschlüssen an diesen Unis kommen. Da mit der Einführung eines Stipendiensystems nicht zu rechnen ist, stehen die Chancen für finanziell schlechter gestellte Studienanwärter sehr schlecht.
Die Elitenförderung ist ein weiterer Schritt der sozialen Selektion im Bildungswesen, angesichts des eher lächerlichen Betrags von 1,9 Milliarden Euro deutschlandweit aber nur ein kleiner.

Wer sich eine Verbesserung der Lehre durch die Elitenförderung erhofft wird enttäuscht werden, da die Mittel zu großen Teilen in die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses und in die Forschung gehen sollen.
Letztes Update ( Sonntag, 12 Juni 2005 )
 
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