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Bund der Steuerzahler spricht sich in Niedersachsen für Kürzungen
im Bildungssektor aus!
Nach Angaben der Braunschweiger Zeitung vom 18.05.2005 legte
der Bund der Steuerzahler einen Sparvorschlag für das Land Niedersachsen vor.
Insgesamt sollen nach diesem Vorschlag 1,5 Milliarden pro Jahr eingespart
werden können. Die Liste der
Kürzungsvorschläge liest sich wie ein Kahlschlagbericht gegen den Sozialstaat:
Die Altersgrenze der Polizei soll angehoben, Subventionen im öffentlichen Nahverkehr
oder im Verbraucherschutz abgebaut werden. Krankenhäuser werden in diesem
Beispiel der Privatisierung übergeben, während weitere Einschnitte bei
Sozialausgaben wie der Hilfe zur Pflege oder die ohnehin brachliegende
Jugendsozialarbeit angestrebt werden sollen. Auch die Bildung wird in diesem
Vorschlag nicht unterschlagen: Kleiner Schulstandorte sollen Aufgelöst werden,
ganze Hochschulen geschlossen und weniger Lehrer beschäftigt werden. Die Schließung kleiner Schulstandorte wird vor allem kleinere
Dörfer und Gemeinden betreffen, die sich bisher den „Luxus“ einer eigenen
Grundschule geleistet haben. Mit der Schließung dieser Einrichtung müssten sich
diese Schüler per öffentlichen Nahverkehr (hier sei in Erinnerung gerufen, dass
auch in diesem Sektor gekürzt werden soll) in die nächste Stadt aufmachen, um
dort in einer, man könnte sagen „rentablen“, Schule unterrichtet zu werden.
„Rentabel“ würde in diesem Fall heißen, dass auf weniger Lehrer mehr Schüler
kommen. Schon heute sind Klassengrößen von 30 Schülern traurige Normalität, wie
die Zahlen mit den Vorschlagen des Bundes der Steuerzahler aussehen würde,
wurde nicht genannt. Von einer Verschlechterung des „Ist-Zustandes“ ist aber
allemal auszugehen. Auch der Hochschulsektor wird erneut nach diesem Vorschlag
von Kürzungen betroffen sein, jener Bereich also, der mit dem
„Hochschuloptimierungskonzepts“ schon um 50 Millionen gekürzt wurde.
Insbesondere zieht der Bund der Steuerzahler Schließung ganzer Hochschulen in
Betracht, ohne allerdings zu nennen, welche Standtorte ins Auge gefasst werden.
Auch wird nicht gesagt, nach welchen Kriterien Hochschulen ausgewählt und damit
als „unrentabel“ eingestuft werden. Begründet werden die Vorschläge mit einer drohenden
Überschuldung des Landes Niedersachsen, die das Land zur Zahlungsunfähigkeit
führen könnte. Interessanter Aspekt hierbei ist, dass die Kürzungen
hauptsächlich im Sozialen- und Bildungssektor angesetzt werden, nicht aber bei
Subventionen, die in die Wirtschaft fließen. Unserer Meinung nach wird am falschem
Ende gespart, die Auswirkungen auf den ohnehin desolaten Sozial- und
Bildungsstaat sind nicht abzusehen. |