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Demokratische Teilhabe Drucken E-Mail
Geschrieben von M.   
Samstag, 21 Mai 2005
 
Der neueste NHG-Entwurf (Niedersächsisches Hochschulgesetz) sieht vor, der Verfassten Studierendenschaft die letzten Reste ihres politischen Mandats abzusprechen. Doch was ist eigentlich die Verfasste Studierendenschaft und welchen Zweck hat sie?


 

Die Verfasste Studierendenschaft ist ein wichtiger Teil unseres demokratischen Systems.

Sie gibt Studierenden die Möglichkeit sich innerhalb ihrer Hochschule für ihre Interessen einzusetzen. Hierbei geht nicht nur um politisches Engagement, sondern auch um eine Minderheitenvertretung. Ein demokratisches System muss Minderheiten Chancen geben, sich zu organisieren, um auch ohne eine große Lobby innerhalb des politischen Systems bedacht zu werden. Eine Demokratie kann nur funktionieren, wenn ihre Mitglieder demokratisch denken und handeln. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben, nicht nur passiv am demokratischen Prozess teilzuhaben, indem er wählen geht, sondern auch aktiv an diesem zu partizipieren.

Bereits in der Grundschule spielt demokratisches Lernen eine Rolle, denn die Schule hat nicht zuletzt eine systemstabilisierende Funktion, obwohl das politische Lernen immer wieder in der Diskussion steht und in der Schulpraxis auch wohl eher nebenbei oder gar nicht abgehandelt wird.
An dieser Stelle ist man theoretisch jedenfalls weiter, als im Hochschulbereich. Denn hier soll die Verfasste Studierendenschaft insgesamt oder zumindest die restlichen Teile ihres politischen Mandats abgeschafft werden. Der neueste NHG-Referente-Entwurf(Niedersächsisches Hochschulgesetz) sieht dies jedenfalls vor. Und so stellt sich doch die Frage, wie es sich ein System leisten kann seine "Bildungselite" nicht aktiv und vor Ort an der Demokratie teilhaben zu lassen.
Die Begründung für die Abschaffung des politischen Mandats lautete ironischerweise, dass Studierende sich allein über Parteienbildung organisieren können. So bleibt Politik und die Demokratie an sich etwas abstraktes, wo selbst das Wählen als Überforderung angesehen wird. In vielen Fachdidaktiken für den Primarbereich wird hier gerade angesetzt. Die politische Dimension soll im kleinen und großen Rahmen angesetzt werden  und demokratische Teilhabe direkt erfahrbar werden lassen. Eine Einsicht in die Notwendigkeit von Interessenvertretung und Mitbestimmungergibt sich hieraus ganz von selbst.
Einige werden sich natürlich trotzdem immer aktiv politisch beteiligen, wenn es solche Erfahrungsräume nicht gibt. Allerdings kommt es gleichzeitig zu einer Resignation anderer, die sich leichtfertig nicht zuletzt mangels politischer/demokratischer Bildung der extrem linken oder rechten Seite des politischen Spektrums zuwenden. Hierbei muss allerdings klar gestellt werden, dass Demokratie nur durch eine Meinungspluralität an sich funktioniert, trotzdem sind Parteien, die sich auf die Fahnen schreiben, dass System an sich stürzen zu wollen, diesem natürlich nicht zuträglich. Dies werden die derzeitigen Machthaber bestimmt nicht wollen.
Auch die Verfasste Studierendenschaft muss ihren Teil zur politischen Bildung beitragen, indem Demokratie direkt erfahrbar wird und  keine Resignation und damit eine Stagnation oder sogar Rückentwicklung der demokratischen Partizipation in unserer Gesellschaft  entsteht.

 

 

Letztes Update ( Sonntag, 19 Oktober 2008 )
 
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