spacer
spacer search

Bildung schadet nicht
Kritische Bildung in Braunschweig und anderswo

Search
spacer
header
 
Bildung schadet nicht
wieso nicht?
Bildungswiki
Startseite
Links
News
Kontakt
Impressum
Themen
Hochschulpolitik
Bildungspolitik allg.
Sozialpolitik
Sonstiges
Links
Material
Nachrichtenarchiv
Archiv
Aktionstag
Proteste
Aktion UBERWACH!
Home arrow Hochschulpolitik arrow Besetzung an der Uni Hannover

Besetzung an der Uni Hannover Drucken E-Mail
Geschrieben von Johannes   
Mittwoch, 21 Juni 2006
Am Mittwoch den 21.6. fand an der Uni Hannover eine Vollversammlung zum Thema Studiengebühren statt. Nach hitziger Debatte wurde eine vom AStA vorgeschlagene Resolution1 mit großer Mehrheit angenommen. Die Resolution spricht sich gegen jede Form von Studiengebühren aus und fordert alle Studierende und insbesondere die FachschaftsvertreterInnen auf, sich nicht an Verhandlungen zur Verteilung der Gebühren zu beteiligen um diese nicht zu legitimieren. Statt dessen wird ein Boykott der Gebühren angestrebt. Im Anschluss an die VV begab sich ein großer Teil der Anwesenden zum Senatssitzungssaal, in dem der Senat gerade über die Verteilung der Gelder aus den Studiengebühren diskutierte.

Die Studierenden verlasen die Resolution und forderten von den Senatoren und Senatorinnen Solidarität mit ihren Protesten gegen Studiengebühren ein. Die Formulierung einer Solidaritätserklärung wurde aber vom Senat abgelehnt. Den anhaltenden Beifall der Studierenden wollte der Senat dann aber doch nicht hören, die Sitzung wurde abgebrochen. Nur einige SenatorInnen blieben, um mit den Studierenden zu diskutieren. Sie unterzeichneten im Anschluss an die Diskussion als Privatpersonen eine Resolution. Der Text der Resolution liegt uns leider noch nicht vor.

Gleichzeitig besetzten etwa 100 Studierende die Pressestelle der Universität und machten mit Transparenten am Balkon des Uni-Schlosses ihre Entschlossenheit zum Gebührenboykott deutlich. Zum Austausch von Forderungen mit der Uni Leitung kam es gar nicht erst. Nach etwa zwei Stunden in denen die BesetzerInnen quasi ignoriert wurden, rückten die ersten Streifenwagen an. In der nächsten Stunde folgte eine Hundertschaft Bereitschaftspolizei. Ohne, dass eine Aufforderung bei den BesetzerInnen ankam, wurde gegen 18:00 mit der Räumung begonnen. Die Studierenden wollten die Räume der Pressestelle freiwillig verlassen, wurden aber direkt vor der Tür sofort von der Polizei eingekesselt. Sie wurden einzeln aus dem Kessel gelassen. Wer seine Personalien nicht freiwillig abgab wurde weggetragen. Alles wurde von der Polizei gefilmt und fotografiert. Der Polizeieinsatz geht wohl auf eine Anzeige des Vizepräsidenten der Uni wegen Hausfriedensbruch zurück, von selbst wäre die Polizei nicht angerückt.

Der AStA der Uni Hannover2 und das ABS-Niedersachsen3 erklärten sich solidarisch mit den Protesten.

Das Verhalten der Unileitung zeigt, dass es vielen Präsidien und Rektoraten nicht mehr um die Studierenden und deren Anliegen geht, sondern nur noch um die reibungslose Führung einer Universität, die möglichst günstig Absolventen mit möglichst gutem Ruf produziert. Ob dabei Menschen aus sozialen Gründen von Bildung ausgeschlossen werden ist im Vergleich mit finanziellen Fragen und dem Ansehen der Hochschule egal. In NRW wurden an vielen Hochschulen in geheimen Senatssitzungen Studiengebühren eingeführt4. Von
Hochschuldemokratie kann da keine Rede mehr sein.


Auch in anderen Bundesländern wurde am 21.6. protestiert.

In Düsseldorf5 protestierten etwa 800-1000 Menschen gegen das Hochschulfreiheitsgesetz, das den Hochschulen die Einführung von Studiengebühren erlaubt. Es kam zu einer kurzen Besetzung einer Bundesstraße.

In Frankfurt6 gab es nach einer VV mit etwa 1300 Menschen eine Spontandemo durch die Stadt. Dabei wurde der Hauptbahnhof zwischenzeitlich völlig lahmgelegt.

Die aktuellen Proteste zeigen, dass der Kampf gegen Studiengebühren noch keineswegs vorbei ist. Im Gegenteil: Aufgrund der entschlossenen und unkonventionellen Aktionen, wie Blockaden von Bahnhöfen oder Straßen werden die Proteste deutlicher und finden auch in der Presse immer mehr Beachtung. Auch wenn die Gebühren teilweise per Gesetzt eingeführt wurden, muss der Protest aufrecht erhalten werden, um Studierenden in anderen Bundesländern den Rücken zu stärken und dort ein gebührenfreies Studium möglich zu machen. Wenn es Bundesländer ohne Studiengebühren gibt, kommen die Bundesländer mit Studiengebühren in Schwierigkeiten, da die Studierenden teilweise abwandern werden. Das wird auch auf die Umsetzung der Gebührengesetze Einfluss haben. Das Ziel muss weiterhin ein gebührenfreies Bildungsystem bleiben, von der KiTa bis zur Hochschule. Wo es Gebühren gibt, müssen wir Druck machen, damit die Gebühren langfristig wieder abgeschafft werden. Wo es keine gibt dürfen auch keine eingeführt werden.

Letztes Update ( Freitag, 04 Mai 2007 )
 
< zurück   weiter >
Interessantes

 
 
© 2012 Bildung schadet nicht
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.
spacer