schwer
greifbar und doch nicht schlecht
Laut der Internetseite
www.wege-ins-studium.de beschreibt die Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände den idealen Hochschulabsolventen so: 51 Prozent seiner
Fähigkeiten sind fachlicher Art, 49 Prozent sind Schlüsselqualifikationen. Daraus ziehen sie den Schluss, dass
„Schlüsselqualifikationen, auch soft skills genannt, [...]wichtig im
Berufsleben“ sind. Das ist ja schön und gut und diese Softskills sind sicher sinnvoll, aber
was sollen Schlüsselqualifikationen denn überhaupt sein?
Die Antwort erfolgt ebenso rasch
wie knapp: „Zu ihnen gehören Eigeninitiative,
Ausdauer, Kommunikationsfähigkeit oder die Fähigkeit, logisch zu denken – also
lauter „Schlüssel“ zum Erfolg, die zum großen Teil schon im Schulunterricht
eingefordert werden, aber auch in AGs, im Schulchor oder der Theatergruppe.“
Hmm ja, schön! Klingt doch aber schon ein wenig schwammig für etwas, das ja so
wichtig ist, um hinterher ins Berufsleben einsteigen zu können. Da muss man
sich die „Schlüssel“ zum Erfolg doch wohl mal genauer anschauen, denn heißt es
nicht, jede Definition, in der das Definiens drin vorkommt, ist eh schon mal
Schrott? Auf den ersten Blick scheint die Definition trotzdem einleuchtend,
obwohl sie ja nur Beispiele angibt. Was soll den an Eigeninitiative, Ausdauer,
Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit logisch zu denken unkonkret sein? Es
gibt hierbei drei Dinge bei den einzelnen Punkten zu bedenken: 1. Wie grenzt
man dies von den Hardskills ab(z.B. logisches Denken)? 2. Wie prüft man die
Fähigkeit ab? Und für alle Berufsinteressierten wohl am wichtigsten 3. Wie
erlernt man sie? Wahrscheinliche doofe Fragen, den Antworten hierauf findet man
nur schwerlich. Naja, zumindest kann man sie z.B. wohl in der Theatergruppe
lernen. Super! Theater habe ich mal gespielt, Job kann kommen! Schulchor war
ich aber nicht, Mist, diese Skills fehlen mir jetzt natürlich. Bei der Seite www.Goethe.de
war man
ebenso verwirrt und hat sich diese Frage gestellt: „"Belastbarkeit",
"Gute Allgemeinbildung",
"Fließend Englisch": Was heißt das eigentlich? Was steckt hinter all
diesen bedrohlich klingenden Worthülsen, aus denen fast jedes
Unternehmen seine
Stellenanzeigen zusammensetzt?“ So haben sie mal bei großen Firmen und
Unternehmen
nachgefragt, was das ganze eigentlich bedeuten soll. Als Antwort haben
sie
folgende Kompetenzen bekommen: Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit,
Leistungsbereitschaft, fließendes Englisch, gute Allgemeinbildung,
Teamfähigkeit und Flexibilität. Auch hier taucht immer wieder der
Hinweis auf,
dass man diese Kompetenzen nicht einfach erlernen kann, sondern dass
sie einerseits von Charaktereigenschaften abhängen, andererseits aber
auch durch Hobbys und regem
Kontakt mit anderen Menschen entstehen.
„Die Unternehmen wollen keine betriebsblinden Fachidioten, sondern
Mitarbeiter, die auch mitbekommen, was sich jenseits des Arbeitsplatzes tut.“
Anscheinend brauch man also Leute, die nicht einfach nur in ihrem Bereich
funktionieren, sondern mehr können. Dieses "mehr" hat zum Großteil damit zu tun,
dass Menschen irgendwie immer für Menschen produzieren oder Dienstleistungen
bereitstellen. Eigenarten anderer Menschen kann man nicht einfach ignorieren,
man muss auf sie eingehen, um erfolgreich im Wettbewerb bestehen zu können. Mag
der Wettbewerb noch so hart sein, den Menschen kann man nie ganz ausklammern.
Jetzt kommt aber der Knackpunkt, den man selber kann man ja auch nicht
ausklammern. Das heißt, wenn ich möglichst erfolgreich sein will, muss ich
Schlüsselqualifikationen aufweisen, die andere als so angenehm empfinden, dass
sie das von mir Gebotene wollen. Ist dies nun völlige Selbstaufgabe im Dienste
der Vermarktung? Auch dies kann es nicht ausschließlich sein, denn
Schlüsselqualifikationen, führen nicht nur dazu, dass ich mich besser
„verkaufen“ kann, im Sinne von Bildung von Humankapital. Sondern es bewirkt
ebenso, dass es mir besser gelingt meine Lebenswelt zu bestreiten und es mir
somit einfach besser geht. Schlüsselqualifikationen erleichtern, auch wenn eine
Definition noch so schwierig und anfechtbar ist, eine vereinfachte und
angenehmere Kommunikation auf beiden Seiten. Selbst den Firmen und Unternehmen
mag die Erkenntnis so wichtig sein, dass sie soweit gehen: „Und es bedeutet auch nicht, zu allem immer ja
und amen zu sagen. Das ist Rückgratlosigkeit.“ Und wenn man jetzt noch bedenkt,
dass diese Fähigkeiten, die anscheinend jeder direkten Vermarktbarkeit
entbehren und sogar Hierarchien durchbrechen, 49 % der geforderten Kompetenzen
ausmachen, kann man sich doch schon mal freuen. Natürlich geht es nur um
möglichst großen Profit und darum der Stärkste am Markt zu sein. Denn der Markt
regelt eigentlich doch alles. Den Menschen hat er anscheinend aber immer noch
nicht völlig im Griff, denn dieser funktioniert manchmal nicht einfach nur,
sondern hat seinen eigenen Kopf und wenn dies andere gut finden, kann man zwar
wieder was verkaufen, doch es treten immer wieder sowohl der Anbieter als der
Käufer in den Mittelpunkt. Zumindest zu 49 % und diese sind doch schon mal ein
Anfang. Sie sind immer noch besser als nichts, auch wenn es letztlich wieder
heißt, man brauch Schlüsselqualifikationen:
„Damit man mit fremden
Menschen leichter ins Gespräch kommt - das ist immer gut fürs Geschäft.“ Literaturhinweis:
www.wege-ins-studium.de
www.Goethe.de
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