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Schlüsselqualifikationen Drucken E-Mail
Geschrieben von Mirco   
Freitag, 13 Januar 2006

schwer greifbar und doch nicht schlecht

Laut der Internetseite www.wege-ins-studium.de beschreibt die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände den idealen Hochschulabsolventen so: 51 Prozent seiner Fähigkeiten sind fachlicher Art, 49 Prozent sind Schlüsselqualifikationen. Daraus ziehen sie den Schluss, dass „Schlüsselqualifikationen, auch soft skills genannt, [...]wichtig im Berufsleben“ sind. Das ist ja schön und gut und diese Softskills sind sicher sinnvoll, aber was sollen Schlüsselqualifikationen denn überhaupt sein?

Die Antwort erfolgt ebenso rasch wie knapp: „Zu ihnen gehören Eigeninitiative, Ausdauer, Kommunikationsfähigkeit oder die Fähigkeit, logisch zu denken – also lauter „Schlüssel“ zum Erfolg, die zum großen Teil schon im Schulunterricht eingefordert werden, aber auch in AGs, im Schulchor oder der Theatergruppe.“ Hmm ja, schön! Klingt doch aber schon ein wenig schwammig für etwas, das ja so wichtig ist, um hinterher ins Berufsleben einsteigen zu können. Da muss man sich die „Schlüssel“ zum Erfolg doch wohl mal genauer anschauen, denn heißt es nicht, jede Definition, in der das Definiens drin vorkommt, ist eh schon mal Schrott? Auf den ersten Blick scheint die Definition trotzdem einleuchtend, obwohl sie ja nur Beispiele angibt. Was soll den an Eigeninitiative, Ausdauer, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit logisch zu denken unkonkret sein? Es gibt hierbei drei Dinge bei den einzelnen Punkten zu bedenken: 1. Wie grenzt man dies von den Hardskills ab(z.B. logisches Denken)? 2. Wie prüft man die Fähigkeit ab? Und für alle Berufsinteressierten wohl am wichtigsten 3. Wie erlernt man sie? Wahrscheinliche doofe Fragen, den Antworten hierauf findet man nur schwerlich. Naja, zumindest kann man sie z.B. wohl in der Theatergruppe lernen. Super! Theater habe ich mal gespielt, Job kann kommen! Schulchor war ich aber nicht, Mist, diese Skills fehlen mir jetzt natürlich.

 

Bei der Seite www.Goethe.de war man ebenso verwirrt und hat sich diese Frage gestellt: „"Belastbarkeit", "Gute Allgemeinbildung", "Fließend Englisch": Was heißt das eigentlich? Was steckt hinter all diesen bedrohlich klingenden Worthülsen, aus denen fast jedes Unternehmen seine Stellenanzeigen zusammensetzt?“ So haben sie mal bei großen Firmen und Unternehmen nachgefragt, was das ganze eigentlich bedeuten soll. Als Antwort haben sie folgende Kompetenzen bekommen: Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft, fließendes Englisch, gute Allgemeinbildung, Teamfähigkeit und Flexibilität. Auch hier taucht immer wieder der Hinweis auf, dass man diese Kompetenzen nicht einfach erlernen kann, sondern dass sie einerseits von Charaktereigenschaften abhängen, andererseits aber auch durch Hobbys und regem Kontakt mit anderen Menschen entstehen. 

 

„Die Unternehmen wollen keine betriebsblinden Fachidioten, sondern Mitarbeiter, die auch mitbekommen, was sich jenseits des Arbeitsplatzes tut.“ Anscheinend brauch man also Leute, die nicht einfach nur in ihrem Bereich funktionieren, sondern mehr können. Dieses "mehr" hat zum Großteil damit zu tun, dass Menschen irgendwie immer für Menschen produzieren oder Dienstleistungen bereitstellen. Eigenarten anderer Menschen kann man nicht einfach ignorieren, man muss auf sie eingehen, um erfolgreich im Wettbewerb bestehen zu können. Mag der Wettbewerb noch so hart sein, den Menschen kann man nie ganz ausklammern. Jetzt kommt aber der Knackpunkt, den man selber kann man ja auch nicht ausklammern. Das heißt, wenn ich möglichst erfolgreich sein will, muss ich Schlüsselqualifikationen aufweisen, die andere als so angenehm empfinden, dass sie das von mir Gebotene wollen. Ist dies nun völlige Selbstaufgabe im Dienste der Vermarktung? Auch dies kann es nicht ausschließlich sein, denn Schlüsselqualifikationen, führen nicht nur dazu, dass ich mich besser „verkaufen“ kann, im Sinne von Bildung von Humankapital. Sondern es bewirkt ebenso, dass es mir besser gelingt meine Lebenswelt zu bestreiten und es mir somit einfach besser geht. Schlüsselqualifikationen erleichtern, auch wenn eine Definition noch so schwierig und anfechtbar ist, eine vereinfachte und angenehmere Kommunikation auf beiden Seiten. Selbst den Firmen und Unternehmen mag die Erkenntnis so wichtig sein, dass sie soweit gehen: „Und es bedeutet auch nicht, zu allem immer ja und amen zu sagen. Das ist Rückgratlosigkeit.“ Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass diese Fähigkeiten, die anscheinend jeder direkten Vermarktbarkeit entbehren und sogar Hierarchien durchbrechen, 49 % der geforderten Kompetenzen ausmachen, kann man sich doch schon mal freuen. Natürlich geht es nur um möglichst großen Profit und darum der Stärkste am Markt zu sein. Denn der Markt regelt eigentlich doch alles. Den Menschen hat er anscheinend aber immer noch nicht völlig im Griff, denn dieser funktioniert manchmal nicht einfach nur, sondern hat seinen eigenen Kopf und wenn dies andere gut finden, kann man zwar wieder was verkaufen, doch es treten immer wieder sowohl der Anbieter als der Käufer in den Mittelpunkt. Zumindest zu 49 % und diese sind doch schon mal ein Anfang. Sie sind immer noch besser als nichts, auch wenn es letztlich wieder heißt, man brauch Schlüsselqualifikationen:  „Damit man mit fremden Menschen leichter ins Gespräch kommt - das ist immer gut fürs Geschäft.“

 

Literaturhinweis:
www.wege-ins-studium.de
www.Goethe.de

 

 

 


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