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Aus PISA nicht Neues! Drucken E-Mail
Geschrieben von M.   
Dienstag, 01 November 2005
Das Referat zur kritischen Betrachtung von Bildungssystemen hat eine Pressemitteilung zu den neu herausgekommen Ergebnissen der letzten PISA-Studie bezüglich sozialer Reproduktion herausgebracht.
Hier gibt es die ganze Pressemitteilung:


Die neuesten PISA-Ergebnisse bezeugen mal wieder die soziale Ungleichheit in Bezug auf Bildungschancen im deutschen Schulsystem. Keine weitere führende Industrienation der OECD hat solch gravierende Differenzen für Kinder zwischen finanziell besser und schlechter gestellten Erziehungsberechtigten und/oder deren Bildungsgrad vorzuweisen.

„In der Reproduktion sozialer Ungleichheit und im Verschenken von Potentialen ist Deutschland Spitzenreiter bei den Industrienationen! Dies ist nicht nur ein Problem der sozialen Gerechtigkeit, sondern inzwischen auch eines der Wirtschaft.“ sagt der Referent zur kritischen Betrachtung von Bildungssystemen des AStA der TU Braunschweig.

Und im Schönreden der neuesten PISA-Ergebnisse sind wir ebenso gut. So bescheinigt die neueste OECD-Studie nur Ergebnisse, die bereits vor Jahren von TIMMS, IGLU/E usw bescheinigt wurden. In der Öffentlichkeit kaum beachtet, in der Fachwelt totgeredet, haben die neuesten Ergebnisse zwar breite Medienpräsenz, wie schon die früheren PISA-Studien, doch ebenso schnell werden die Ergebnisse wieder klein geredet. Während die Gewerkschaften sich in ihrer Position bestätigt sehen, ist sich der Deutsche Philologenverband(DPhV) nicht zu schade, die Misere auch noch schön zu reden.

„Die Bewertung der neuesten PISA-Ergebnisse zeigt mal wieder, wie schwer es ist, das deutsche Schulsystem weiterzuentwickeln. Wirkliche Verbesserungen sind nicht in Sicht, da die Bildungsdiskussion politik- und nicht expertenabhängig ist. Vielleicht ist dies der wirkliche Knackpunkt unseres Systems“, meint der Referent weiter.

Die sogenannten „Siegerländer“ der Studien reformieren ihr Schulsystem schon seit Jahren unabhängig von der Politik. Die Weiterentwicklung steht an oberster Stelle der Debatten, egal ob es nun um soziale Gerechtigkeit oder das Nutzen von Potentialen geht. Die ist nicht nur in den skandinavischen Ländern so, wo ein Wechsel von linker zu linkerer Politik gegenüber der deutschen obligatorisch ist, sondern z. B. auch in England, wo traditionell ebenso wie in Deutschland ein Wechsel von rechts nach links und umgekehrt vorherrscht. Eine beständige Weiterentwicklung des Schulsystems kommt von daher schon nicht zu Stande, da Bildung Ländersache ist und somit die Landesregierungen nach einer gewonnen Wahl meist in eine andere Richtung schwimmen. Die Übernahme funktionierender Konzepte aus den Siegeländern ist allein schon vor diesem Hintergrund erheblich erschwert.

Kleine Leistungsverbesserungen im Vergleich zur letzten PISA-Studie werden nun als Erfolge der Länderpolitik gefeiert, dabei steht für die Wissenschaft bereits seit den 70er Jahren fest, dass die eigentlichem Motoren der Entwicklung die Einzelschulen sind. Die Politik kann fast nur Ressourcen vergeben, alles andere behindert die Weiterentwicklung sogar eher. Aber auch bei den Ausgaben für Bildung liegt Deutschland mit Platz 20 von 28 im OECD-Vergleich ganz weit hinten. Somit wird die nächste PISA-Studie wohl wieder das gleiche ergeben, wahrscheinlich mit ebenso geringen Schwankungen, wie zwischen den vorigen.


 


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