heute morgen wurde das Summercamp of Resistance in Berlin von einer
Hundertschaft Polizei gestürmt. Morgen soll es eine Solidaritätsaktion geben um ein bisschen darauf aufmerksam zu machen
und zu zeigen, dass nicht
allen egal ist, wenn Menschen kriminalisiert werden.
Die Stürmung baut
auf keinen begründeten Verdacht sondern nur auf einen Vorwurf der
Körperverletzung die von dem Camp ausgegangen sein soll und schon ein
paar Tage her sein soll, mehr sagt die Polizei nicht dazu. Das Camp war
von Anfang an stark von Polizisten in Zivil überwacht, einzelne
Teilnehmer wurden auch auf dem Weg zum Camp durchsucht.
mehr dazu auf
http://de.indymedia.org/2005/08/126159.shtml
Meiner Meinung nach dienten sowohl die Überwachung als auch die Stürmung
des Camps nur der Abschreckung potenziell kritisch denkender Menschen.
Bevor sich hier eine politische Bewegung überhaupt bilden kann wird
Angst davor verbreitet Ärger mit der Polizei zu bekommen sobald mensch
den Mund aufmacht. Auf dem Camp waren keinesfalls nur erfahrene Linke
sondern alle möglichen Menschen, die sich für (hochschul)politik
interessieren und weder Erfahrung in noch Lust auf Konfrontationen mit
der Polizei hatten.
Infos zum Camp gibt es auf
www.summercamp-of-resistance.org
Die offizielle Pressemitteilung des Camps folgt hier:
PM des summecamp of resistance - AK Presse vom 26. August 2005
Haltlose Kriminalisierung von CamperInnen
Am Morgen des 26. August umstellte und durchsuchte eine Hundertschaft
der Berliner Polizei das summercamp of resistance in Berlin. Anlass war
laut Durchsuchungsbefehl der vorgebliche Verdacht auf gefährliche
Körperverletzung einer unbekannten Person.
Die im Schlaf überraschten CamperInnen sind empört über diese
Unterstellung und verurteilen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft und
der Polizei, die dadurch sozial und politisch engagierte Studierende
unter dubiosen Vorwänden unter Generalverdacht stellen und
kriminalisieren.
Fassungslos über das Demokratieverständnis der Berliner
Staatsanwaltschaft fragen sich die TeilnehmerInnen des Camps, warum
derartige Vorwürfe konstruiert werden, um mit allen Mitteln eine
gewaltfreie soziale Bewegung zu kriminalisieren.
Um 8.30 Uhr stürmten bewaffnete Einsatzkräfte mit Polizeihunden auf das
Gelände und umstellten die Zelte der noch schlafenden
CampteilnehmerInnen.
Unsanft geweckt durch das Trampeln dutzender Kampfstiefel und das
Gebell der Polizeihunde wurden alle Zelte aufgerissen, durchsucht und
abgefilmt, sowie alle CamperInnen einer Personalienkontrolle
unterzogen. Das gesamte Gelände mit allen darauf befindlichen Gebäuden
sowie Gemeinschaftszelte, Privatzelte und Personen wurden durchsucht.
Über drei Stunden durften die CamperInnen, unter denen sich auch
Kleinkinder befanden, sich nicht von ihren Zelten entfernen oder an
ihre Privatsachen gehen. Die Toilette durfte nur unter Aufsicht benutzt
werden, während einige Beamte dazu geschmacklose Kommentare von sich
gaben.
Erst auf das hartnäckige Fragen einiger empörter Camp-TeilnehmerInnen
hin wurde einzelnen schließlich ein Durchsuchungsbefehl gezeigt.
Die Polizei indes wertet in ihrem Protokoll die Aktion als vollen
Erfolg. Sichergestellt wurden dabei ein BVG-kritisches Plakat und
einige zur "Vermummung" umfunktionierbare Kleidungsstücke.
Im Camp tauschten die beteiligten Menschen eine Woche lang Erfahrungen
über die gelaufenen Proteste für freie Bildung und gegen die Kürzungen
im Sozial- und Bildungswesen in den verschiedenen Städten aus. Die
Möglichkeit einer freien Bildung wurde mit unabhängigen Seminaren und
Workshops vorgelebt. Gleichzeitig wurde der Versuch unternommen, einen
selbstverwalteten Freiraum für die Verwirklichung eigener Ideen zu
schaffen.
Kontakt: 0162-8776396
Demonstration in Berlin: 26. August, 20.00 Uhr ab U Frankfurter Tor
Eine weitere Mitteilung aus dem Camp folgt hier:
Das Summer of Resistance Camp in Berlin wurde Heute von
einer Hundertschaft der Polizei mit Hetzhunden, LKA
Beamten und PMS (politisch motivierte straftat)
Beamten gestürmt.
Da staunten die Campteilnehmer des 1. bundesweiten
Summer of Resistance Camp nicht schlecht, als sie
heute Morgen von einer Hundertschaft der Polizei und
Hundegebell geweckt wurden. Ohne die Inhaber des
Hausrechts zu informieren hatte die Polizei am frühen
Morgen den Platz gestürmt und sich laut F. "wie die Elefanten im Porzellanladen" benommen.
"Sie durchsuchten das gesamte Camp, nahmen von allen
Leuten die Personalien auf und beschlagnahmten ein
Plakat und Mützen", so B., ein weiterer
Teilnehmer des Camps.
Dabei war der Grund der Durchsuchung mehr als
schwammig und offensichtlich vorgeschoben. Nach
Angaben der Polizei wurde ein Mann zwischen 20 und 30
Jahren gesucht, 1.70 bis 1.90 Meter groß und mit
blonden zotteligen Haaren. Außerdem sollten Beweise
dafür gefunden werden, dass "Gefahr" vom Camp ausgehen
könnte.
Dass diese Beschreibung auf viele Teilnehmer des Camps
zutrifft und die Unschuldsvermutung somit umgekehrt
wird lässt die Polizei offenbar kalt.
"Erst einmal durchsuchen und schauen was bei
rauskommt. Wenn dann irgendetwas gefunden wird was
denen in den Kram passt heißt es, dass die
Durchsuchung gerechtfertigt war, ich finde dieses
Vorgehen wirklich erschreckend," kritisiert F. das Vorgehen der Polizei.
Nachdem die Polizei das Gelände verlassen hatte fanden
sie die Campteilnehmer in einem Plenum zusammen und
berieten sich über das weitere vorgehen. Es wurde sich
darauf verständigt zu der "Das Leben ist kein Ponyhof"
Demonstration am morgigen Samstag um 15 am S-Bahnhof
Yorckstraße zu mobilisieren und Heute eine Demonstration gegen Repressionen gegenüber Linken Projekten um 20.00h
am U-Bhf Frankfurter Tor zu organisieren.
"Wir lassen uns von denen doch nicht einschüchtern",
meint B. und weiter, "die können sich zwar wie
die Elefanten im Porzellanladen benehmen, aber vor
Elefanten hatten wir noch nie Angst und außerdem sind
wir kein Porzellan... allerdings lässt sich damit gut
werfen."