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Summercamp of Resistance von Polizei gestürmt Drucken E-Mail
Geschrieben von Johannes   
Freitag, 26 August 2005
heute morgen wurde das Summercamp of Resistance in Berlin von einer Hundertschaft Polizei gestürmt. Morgen soll es eine Solidaritätsaktion geben um ein bisschen darauf aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass nicht allen egal ist, wenn Menschen kriminalisiert werden.

Treffpunkt: Samstag 27.8. 14:00 am AStA der TU BS (Katharinenstr. 1)

Was wir genau machen besprechen wir dannn alle zusammen.

Weitere Infos zum Camp:  hier weiterlesen
Die Stürmung baut auf keinen begründeten Verdacht sondern nur auf einen Vorwurf der Körperverletzung die von dem Camp ausgegangen sein soll und schon ein paar Tage her sein soll, mehr sagt die Polizei nicht dazu. Das Camp war von Anfang an stark von Polizisten in Zivil überwacht, einzelne Teilnehmer wurden auch auf dem Weg zum Camp durchsucht.

mehr dazu auf http://de.indymedia.org/2005/08/126159.shtml

Meiner Meinung nach dienten sowohl die Überwachung als auch die Stürmung des Camps nur der Abschreckung potenziell kritisch denkender Menschen. Bevor sich hier eine politische Bewegung überhaupt bilden kann wird Angst davor verbreitet Ärger mit der Polizei zu bekommen sobald mensch den Mund aufmacht. Auf dem Camp waren keinesfalls nur erfahrene Linke sondern alle möglichen Menschen, die sich für (hochschul)politik interessieren und weder Erfahrung in noch Lust auf Konfrontationen mit der Polizei hatten.

Infos zum Camp gibt es auf www.summercamp-of-resistance.org

Die offizielle Pressemitteilung des Camps folgt hier:

PM des summecamp of resistance - AK Presse vom 26. August 2005

Haltlose Kriminalisierung von CamperInnen

Am Morgen des 26. August umstellte und durchsuchte eine Hundertschaft der Berliner Polizei das summercamp of resistance in Berlin. Anlass war laut Durchsuchungsbefehl der vorgebliche Verdacht auf gefährliche Körperverletzung einer unbekannten Person.
Die im Schlaf überraschten CamperInnen sind empört über diese Unterstellung und verurteilen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft und der Polizei, die dadurch sozial und politisch engagierte Studierende unter dubiosen Vorwänden unter Generalverdacht stellen und kriminalisieren.
Fassungslos über das Demokratieverständnis der Berliner Staatsanwaltschaft fragen sich die TeilnehmerInnen des Camps, warum derartige Vorwürfe konstruiert werden, um mit allen Mitteln eine gewaltfreie soziale Bewegung zu kriminalisieren.
Um 8.30 Uhr stürmten bewaffnete Einsatzkräfte mit Polizeihunden auf das Gelände und umstellten die Zelte der noch schlafenden CampteilnehmerInnen.
Unsanft geweckt durch das Trampeln dutzender Kampfstiefel und das Gebell der Polizeihunde wurden alle Zelte aufgerissen, durchsucht und abgefilmt, sowie alle CamperInnen einer Personalienkontrolle unterzogen. Das gesamte Gelände mit allen darauf befindlichen Gebäuden sowie Gemeinschaftszelte, Privatzelte und Personen wurden durchsucht.
Über drei Stunden durften die CamperInnen, unter denen sich auch Kleinkinder befanden, sich nicht von ihren Zelten entfernen oder an ihre Privatsachen gehen. Die Toilette durfte nur unter Aufsicht benutzt werden, während einige Beamte dazu geschmacklose Kommentare von sich gaben.
Erst auf das hartnäckige Fragen einiger empörter Camp-TeilnehmerInnen hin wurde einzelnen schließlich ein Durchsuchungsbefehl gezeigt.
Die Polizei indes wertet in ihrem Protokoll die Aktion als vollen Erfolg. Sichergestellt wurden dabei ein BVG-kritisches Plakat und einige zur "Vermummung" umfunktionierbare Kleidungsstücke.

Im Camp tauschten die beteiligten Menschen eine Woche lang Erfahrungen über die gelaufenen Proteste für freie Bildung und gegen die Kürzungen im Sozial- und Bildungswesen in den verschiedenen Städten aus. Die Möglichkeit einer freien Bildung wurde mit unabhängigen Seminaren und Workshops vorgelebt. Gleichzeitig wurde der Versuch unternommen, einen selbstverwalteten Freiraum für die Verwirklichung eigener Ideen zu schaffen.

Kontakt: 0162-8776396

Demonstration in Berlin: 26. August, 20.00 Uhr ab U Frankfurter Tor

Eine  weitere Mitteilung aus dem Camp folgt hier:

Das Summer of Resistance Camp in Berlin wurde Heute von einer Hundertschaft der Polizei mit Hetzhunden, LKA Beamten und PMS (politisch motivierte straftat) Beamten gestürmt.

Da staunten die Campteilnehmer des 1. bundesweiten Summer of Resistance Camp nicht schlecht, als sie heute Morgen von einer Hundertschaft der Polizei und Hundegebell geweckt wurden. Ohne die Inhaber des Hausrechts zu informieren hatte die Polizei am frühen Morgen den Platz gestürmt und sich laut F. "wie die Elefanten im Porzellanladen" benommen.
"Sie durchsuchten das gesamte Camp, nahmen von allen Leuten die Personalien auf und beschlagnahmten ein Plakat und Mützen", so B., ein weiterer Teilnehmer des Camps.
Dabei war der Grund der Durchsuchung mehr als schwammig und offensichtlich vorgeschoben. Nach Angaben der Polizei wurde ein Mann zwischen 20 und 30 Jahren gesucht, 1.70 bis 1.90 Meter groß und mit blonden zotteligen Haaren. Außerdem sollten Beweise dafür gefunden werden, dass "Gefahr" vom Camp ausgehen könnte.
Dass diese Beschreibung auf viele Teilnehmer des Camps zutrifft und die Unschuldsvermutung somit umgekehrt wird lässt die Polizei offenbar kalt.
"Erst einmal durchsuchen und schauen was bei rauskommt. Wenn dann irgendetwas gefunden wird was denen in den Kram passt heißt es, dass die Durchsuchung gerechtfertigt war, ich finde dieses Vorgehen wirklich erschreckend," kritisiert F. das Vorgehen der Polizei.
Nachdem die Polizei das Gelände verlassen hatte fanden sie die Campteilnehmer in einem Plenum zusammen und berieten sich über das weitere vorgehen. Es wurde sich darauf verständigt zu der "Das Leben ist kein Ponyhof" Demonstration am morgigen Samstag um 15 am S-Bahnhof Yorckstraße zu mobilisieren und Heute eine Demonstration gegen Repressionen gegenüber Linken Projekten um 20.00h am U-Bhf Frankfurter Tor zu organisieren.
"Wir lassen uns von denen doch nicht einschüchtern", meint B. und weiter, "die können sich zwar wie die Elefanten im Porzellanladen benehmen, aber vor Elefanten hatten wir noch nie Angst und außerdem sind wir kein Porzellan... allerdings lässt sich damit gut werfen."  
Letztes Update ( Freitag, 26 August 2005 )
 
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