Heute macht die Braunschweiger Zeitung eine Telefonumfrage zu Studiengebühren, hier der Text dazu:
Bei einer Telefon-Umfrage können Sie heute abstimmen, ob ein
finanzieller Beitrag zur Hochschul-Ausbildung gerechtfertigt ist:
Sollen Studenten für ihr Studium zahlen? Von 6 bis 17 Uhr stehen die
folgenden Telefonnummern bereit (0,49 Cent pro Anruf aus dem Festnetz
der Telekom):
Ja: 0 13 78 40 74 01-01
Nein: 0 13 78 40 74 01-02

Das diese Umfrage Geld kostet ist auch mal wieder typisch. Um in diesem
Land seine Meinung äußern zu können muss man erstmal seine
Kreditwürdigkeit beweisen...
Zu der Umfrage haben wir dann auch mal einen Leserbrief an die BZ geschrieben. Den könnt ihr hier lesen:
Sehr geehrte BZ Redaktion,
wir nehmen es sehr positiv auf, dass
sie sich mit dem Thema Studiengebühren und Hoschschulreformen
beschäftigen, allerdings haben wir einige Kritikpunkte,
beispielsweise an der Umfrage zu Studiengebühren vom 8. August.
Die Umfrage kann in keinster Weise
repräsentaiv ausfallen, denn schon das Leserklientel der
Braunschweiger Zeitung repräsentiert nicht alles Gruppen der
Bevölkerung gleichermaßen. Zusätzlich werden die
Kosten von 50 Cent pro Anruf gerade Menschen mit weniger finanziellen
Mitteln vom Anrufen abhalten. Genau diese Menschen sind aber
besonders von Studiengebühren betroffen.
Für alle Studierenden und
Studieninteressierten wirken Studiengebühren einschränkend
auf die Fächerwahl und die Entfaltung ihrer Persöhnlichkeit
im Studium, da wirtschafliche Interessen über die Interessen der
Studiernden selbst gestellt werden. Menschen mit weniger finanziellen
Möglichkeiten werden die zusätzlichen Kosten durch
Studiengebühren - egal ob durch Kredite finanzierbar oder nicht
– aber oft eine unzumutbare Belastung und damit eine Entscheidung
gegen ein Studium bedeuten. Wer viel Geld übrig hat wird aber
eher an einer kostenpflichtigen Umfrage teilnehmen als jemand der
wenig Geld hat.
Das betrifft natürlich nicht nur
diese Umfrage, sondern alle. Das Recht zur freien Meinungsäußerung
ist ein Grundrecht, es muss allen gleichermaßen offen stehen,
also auch unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten.
Umfragen, welche die Meinung der Bevölkerung - oder zumindest
der Leserschaft der Braunschweiger Zeitung - wiederspiegeln sollen,
kostenpflichtig zu machen, heisst doch das Ergebnis zu verfälschen:
Den Stimmen der Menschen, die Geld übrig haben, wird mehr
Gewicht gegeben.
Wir fordern sie deshalb auf in Zukunft
nur noch kostenfreie Umfragen durchzuführen.
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