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Umfrage der Braunschweiger Zeitung zu Studiengebühren Drucken E-Mail
Geschrieben von Johannes   
Montag, 08 August 2005
Heute macht die Braunschweiger Zeitung eine Telefonumfrage zu Studiengebühren, hier der Text dazu:

Bei einer Telefon-Umfrage können Sie heute abstimmen, ob ein finanzieller Beitrag zur Hochschul-Ausbildung gerechtfertigt ist: Sollen Studenten für ihr Studium zahlen? Von 6 bis 17 Uhr stehen die folgenden Telefonnummern bereit (0,49 Cent pro Anruf aus dem Festnetz der Telekom):

Ja:   0 13 78 40 74 01-01

Nein:   0 13 78 40 74 01-02



Das diese Umfrage Geld kostet ist auch mal wieder typisch. Um in diesem Land seine Meinung äußern zu können muss man erstmal seine Kreditwürdigkeit beweisen...

Zu der Umfrage haben wir dann auch mal einen Leserbrief an die BZ geschrieben. Den könnt ihr hier lesen:

Sehr geehrte BZ Redaktion,

wir nehmen es sehr positiv auf, dass sie sich mit dem Thema Studiengebühren und Hoschschulreformen beschäftigen, allerdings haben wir einige Kritikpunkte, beispielsweise an der Umfrage zu Studiengebühren vom 8. August.

Die Umfrage kann in keinster Weise repräsentaiv ausfallen, denn schon das Leserklientel der Braunschweiger Zeitung repräsentiert nicht alles Gruppen der Bevölkerung gleichermaßen. Zusätzlich werden die Kosten von 50 Cent pro Anruf gerade Menschen mit weniger finanziellen Mitteln vom Anrufen abhalten. Genau diese Menschen sind aber besonders von Studiengebühren betroffen.

Für alle Studierenden und Studieninteressierten wirken Studiengebühren einschränkend auf die Fächerwahl und die Entfaltung ihrer Persöhnlichkeit im Studium, da wirtschafliche Interessen über die Interessen der Studiernden selbst gestellt werden. Menschen mit weniger finanziellen Möglichkeiten werden die zusätzlichen Kosten durch Studiengebühren - egal ob durch Kredite finanzierbar oder nicht – aber oft eine unzumutbare Belastung und damit eine Entscheidung gegen ein Studium bedeuten. Wer viel Geld übrig hat wird aber eher an einer kostenpflichtigen Umfrage teilnehmen als jemand der wenig Geld hat.

Das betrifft natürlich nicht nur diese Umfrage, sondern alle. Das Recht zur freien Meinungsäußerung ist ein Grundrecht, es muss allen gleichermaßen offen stehen, also auch unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten. Umfragen, welche die Meinung der Bevölkerung - oder zumindest der Leserschaft der Braunschweiger Zeitung - wiederspiegeln sollen, kostenpflichtig zu machen, heisst doch das Ergebnis zu verfälschen: Den Stimmen der Menschen, die Geld übrig haben, wird mehr Gewicht gegeben.

Wir fordern sie deshalb auf in Zukunft nur noch kostenfreie Umfragen durchzuführen.


Letztes Update ( Montag, 08 August 2005 )
 
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